Open Source in der Logistik: Wie DACHSER Innovation greifbar macht

Max Meister im Gespräch mit Ingo Müller, Head of Prototyping und Testing im Corporate Research & Development bei DACHSER.

Max Meister spricht in dieser Folge von „Max und die Supply Chain Helden“ mit Ingo Müller, Department Head of Prototyping und Testing im Corporate Research & Development bei DACHSER. Im Mittelpunkt steht Open Source in der Logistik – und die Frage, wie neue Technologien wie KI, Agentic Coding, digitale Frachtbriefe und kamerabasierte Volumenmessung nicht nur diskutiert, sondern konkret erlebbar gemacht werden.


Innovation zum Anfassen: Prototyping bei DACHSER

DACHSER betreibt eine eigene Corporate Research-&-Development-Einheit – für eine Spedition alles andere als selbstverständlich. Ingo Müller erklärt, wie sein Team neue Technologien in Prototypen, Mock-ups und greifbare Anwendungen übersetzt. Ziel ist nicht, fertige Enterprise-Software zu bauen, sondern Entscheidungsgrundlagen zu schaffen: Was kann eine Technologie wirklich leisten? Wo liegt ihr praktischer Nutzen? Und lohnt sich eine weitere Investition?

Gerade in Zeiten von KI wird dieser Ansatz besonders relevant. Denn je komplexer Technologien werden, desto wichtiger ist es, sie nicht nur theoretisch zu bewerten, sondern in konkreten Anwendungsszenarien sichtbar zu machen. Für Unternehmen in Einkauf, Logistik und Supply Chain entsteht daraus ein klarer Mehrwert: Innovation wird verständlich, testbar und entscheidungsfähig.


Open Source in der Logistik als Hebel für Standards

Ein zentrales Thema der Folge ist Open Source in der Logistik. DACHSER engagiert sich als Gründungsmitglied in der Open Logistics Foundation, die Open-Source-Lösungen für die Logistik entwickelt und bereitstellt. Ingo Müller beschreibt, warum dieser Ansatz strategisch so wichtig ist: Viele Prozesse in der Logistik leiden unter fehlenden Standards, individuellen Schnittstellen und teuren Sonderlösungen.

Ein konkretes Beispiel ist der elektronische CMR, also der digitale internationale Frachtbrief. Die Open-Source-Lösung kann kostenfrei genutzt und selbst betrieben werden. Unternehmen müssen keine proprietäre Plattform einsetzen, sondern können auf eine offene Softwarebasis zurückgreifen. Dadurch sinken Einstiegshürden, Schnittstellen werden vereinfacht und ein gemeinsamer Standard kann sich schneller etablieren.

Für Max Meister ist genau das ein entscheidender Punkt: In der Supply Chain entstehen enorme Kosten durch Sonderlocken, individuelle Kundenanforderungen und uneinheitliche Datenmodelle. Open Source kann hier ein echter Effizienzhebel für die gesamte Wirtschaft werden.


KI, Agentic Coding und Vibe Coding in der Praxis

Auch künstliche Intelligenz spielt in der Episode eine zentrale Rolle. Ingo Müller unterscheidet zwischen Agentic Coding und Vibe Coding. Während Agentic Coding weiterhin im klassischen Softwareentwicklungsprozess verankert bleibt und Entwickler aktiv einbindet, beschreibt Vibe Coding einen Ansatz, bei dem Anwender nur noch das gewünschte Ergebnis formulieren, ohne in den Code einzugreifen.

Für ein Enterprise-Umfeld sieht Müller Vibe Coding aktuell nicht als produktionsreife Lösung. Für Prototyping, Ideenentwicklung und frühe Visualisierung hält er den Ansatz jedoch für äußerst wertvoll. Innerhalb weniger Tage lassen sich Anwendungen bauen, die zeigen, wie ein späteres Produkt aussehen und funktionieren könnte. Gerade für Fachbereiche kann das die Kommunikation mit IT und Entwicklung deutlich verbessern.


Kameratechnik, Packstücke und operative Entscheidungen

Ein weiteres spannendes Feld ist die automatische Erkennung von Packstückgrößen. DACHSER untersucht, wie sich mithilfe von Kameratechnik und KI Entscheidungen unterstützen lassen, die heute erfahrene Mitarbeitende auf dem Shopfloor treffen. Dabei geht es weniger darum, exakte Maße zu erfassen, sondern darum, menschliche Einschätzungen nachzubilden: Passt eine Palette noch auf den Lkw? Wie lässt sich eine Fläche sinnvoll beladen? Welche Erfahrungswerte fließen in solche Entscheidungen ein?

Dieser Ansatz zeigt, wie KI in der Logistik dort Mehrwert schaffen kann, wo Erfahrungswissen, Prozessdruck und Skalierung zusammenkommen. Besonders relevant wird das vor dem Hintergrund des demografischen Wandels und des Wissensverlusts durch bevorstehende Verrentungen.


Wissen sichern, bevor es verloren geht

Zum Abschluss sprechen Max Meister und Ingo Müller über Mitarbeiterwissen. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, dass erfahrene Kolleginnen und Kollegen in den kommenden Jahren in Rente gehen. Ihr Wissen ist oft nicht dokumentiert, sondern steckt in Routinen, Ausnahmen und Erfahrungswerten.

Ingo Müller beschreibt einen Ansatz, bei dem vorhandene Dokumente, Richtlinien und Datenbanken mithilfe von KI analysiert werden, um Wissenslücken zu erkennen. Entscheidend ist dabei nicht nur, Mitarbeitende zu interviewen, sondern die richtigen Fragen zu finden. Denn häufig liegt das wichtigste Wissen genau dort, wo niemand bisher wusste, dass eine Frage gestellt werden müsste.


Reinhören lohnt sich!

Diese Folge macht deutlich, wie breit Innovation in der Logistik heute gedacht werden muss: von Open Source über KI-gestützte Softwareentwicklung bis hin zur Sicherung von Erfahrungswissen. Wer verstehen möchte, wie DACHSER neue Technologien testet, bewertet und in konkrete Logistikanwendungen übersetzt, sollte unbedingt in diese Episode reinhören.

Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de

 

 

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KI in der Intralogistik: Zwischen Skepsis, Realität und echtem Mehrwert

Max Meister im Gespräch mit Andreas Schellmann, Director Product Management bei PSI.

KI in der Intralogistik ist eines der dominierenden Themen der Branche. Doch wie weit ist die Technologie tatsächlich? In der aktuellen Folge von „Max und die Supply Chain Helden“ spricht Max Meister mit Andreas Schellmann, Director Product Management bei PSI, über den realen Stand von KI im Warehouse Management – aus Perspektive eines etablierten Softwareanbieters.

PSI ist seit über 50 Jahren am Markt, international aufgestellt und mit über 2.000 Mitarbeitenden in mehreren Branchen aktiv. Der Bereich Logistik bildet dabei einen zentralen Schwerpunkt. Mit der Weiterentwicklung von KI-Funktionalitäten innerhalb des eigenen Warehouse Management Systems treibt das Unternehmen die Integration künstlicher Intelligenz in operative Lagerprozesse konsequent voran.

Doch im Gespräch wird schnell klar: KI in der Intralogistik steht noch am Anfang.


Warum KI in der Intralogistik mit Zurückhaltung betrachtet wird

Eine aktuelle Marktstudie von PSI zeigt, dass viele Logistikunternehmen dem Thema KI weiterhin mit Skepsis begegnen. Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar. In hochkritischen logistischen Prozessen sind Stabilität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit entscheidend.

Im Podcast wird deutlich, dass KI derzeit häufig im administrativen Umfeld genutzt wird – beispielsweise zur Dokumentenanalyse oder zur Auswertung von Informationen. Die geschäftskritischen Kernprozesse im Lager hingegen werden bislang nur in begrenztem Umfang KI-gestützt gesteuert. Unternehmen wollen verstehen, wie Entscheidungen zustande kommen, wo Daten verarbeitet werden und welche Auswirkungen Veränderungen im operativen Ablauf haben.

KI in der Intralogistik muss daher kontrollierbar, integrierbar und praxisnah sein. Reine Blackbox-Ansätze stoßen im Markt auf wenig Akzeptanz.


Decision Support statt vollständiger Automatisierung

Ein zentraler Punkt im Gespräch ist die Rolle der KI als Unterstützungssystem. PSI verfolgt bewusst einen Decision-Support-Ansatz. Das bedeutet, dass KI operative Daten analysiert, Muster erkennt und alternative Prozessvarianten simuliert. Die finale Entscheidung bleibt jedoch beim Anwender.

Gerade bei komplexen Kommissionierstrukturen mit unterschiedlichen Zonen, Ressourcen und Auftragsprofilen können datenbasierte Simulationen neue Perspektiven eröffnen. Dabei geht es nicht um radikale Systemumbrüche, sondern um schrittweise Optimierung bestehender Prozesse.

Ein Praxisbeispiel aus dem Retail-Umfeld zeigt, dass durch intelligente Prozessoptimierung deutliche Effizienzsteigerungen erzielt werden können. Gleichzeitig wird klar, dass technologische Innovation immer auch organisatorische Veränderung bedeutet. Themen wie Change Management, Datenschutz und interne Akzeptanz spielen eine zentrale Rolle bei der Einführung von KI in der Intralogistik.


Skalierbarkeit und neue Anwendungsfelder

Neben der Optimierung operativer Prozesse entwickelt sich KI zunehmend auch in Richtung Assistenzsysteme. Hochkomplexe Warehouse Management Systeme erzeugen umfangreiche Dokumentationen und Konfigurationsmöglichkeiten. Hier kann KI unterstützen, indem sie Informationen kontextbezogen bereitstellt und Systemwissen zugänglicher macht.

Auch serviceorientierte Geschäftsmodelle gewinnen an Bedeutung. KI-Funktionalitäten werden zunehmend als skalierbare Services angeboten, die flexibel aktiviert und integriert werden können. Dieser Ansatz senkt die Einstiegshürden und ermöglicht es Unternehmen, neue Funktionen schrittweise zu testen.

KI in der Intralogistik entwickelt sich damit nicht als revolutionärer Komplettaustausch bestehender Systeme, sondern als kontinuierliche Erweiterung bestehender Softwarearchitekturen.


Was bedeutet das für Unternehmen?

Das Gespräch zwischen Max Meister und Andreas Schellmann zeigt, dass KI in der Intralogistik vor allem dort Wirkung entfaltet, wo reale operative Herausforderungen adressiert werden. Es geht weniger um Visionen, sondern um konkrete Verbesserungen in Effizienz, Transparenz und Entscheidungsqualität.

Gleichzeitig wird deutlich, dass sich Anbieter und Anwender gleichermaßen in einem Lernprozess befinden. Die Technologie ist verfügbar, doch ihr sinnvoller Einsatz erfordert Erfahrung, Datenqualität und ein klares Verständnis der eigenen Prozesse.

KI in der Intralogistik ist damit kein kurzfristiger Trend, sondern ein strategisches Entwicklungsfeld für die kommenden Jahre.


Reinhören lohnt sich!

Wer verstehen möchte, wo KI heute tatsächlich steht und welche Potenziale sich für Warehouse Management und Lagerprozesse ergeben, sollte unbedingt in diese Folge von „Max und die Supply Chain Helden“ reinhören.

Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de

 

 

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Revolution in der Supply Chain: Von Kundenzentrierung bis Digitalisierung

Max Meister und Florian Ostendarp im Gespräch mit Dr. Torsten Becker

In einer spannenden Podcastfolge diskutieren Max Meister und Florian Ostendarp, Leiter Supply Chain bei Ludwig Meister, mit Dr.Torsten Becker, Studiengangsleiter für Supply Chain Management an der SRH University of Applied Science in Berlin, über die Herausforderungen und Chancen moderner Lieferketten.

Von Missverständnissen zur echten Kundenzentrierung

Dr. Torsten Becker betont, dass das Konzept der Supply Chain oft falsch verstanden wird. Statt echter End-to-End-Prozesse sehen viele Unternehmen die Lieferkette lediglich als verlängerten Einkauf. Eine echte Supply Chain müsse sich jedoch an den Bedürfnissen der Kunden orientieren, nicht an internen Prozessen. Dr. Becker hebt hervor: „Die User Experience beginnt beim Einkauf – was der Kunde will, bestimmt den Erfolg.“

Digitalisierung: Der Schlüssel zur Prozessoptimierung

Nur 1 % der typischen Supply-Chain-Durchlaufzeit ist heute digitalisiert. Dr. Becker erläutert, wie ineffiziente Prozesse und manuelle Schnittstellen zu unnötigen Verzögerungen führen. Max Meister unterstreicht die Relevanz digitaler Transformation: „Warten ist oft der größte Zeitfresser in Lieferketten – und doch wird es selten priorisiert.“ Beispiele wie EDI-Anbindungen und API-gestützte Prozessintegration zeigen das Potenzial zur Effizienzsteigerung.

Daten und Transparenz als Wettbewerbsvorteile

Eine durchdachte Datenstrategie ist laut Dr. Becker essenziell: „Material durch Informationen ersetzen.“ Ob Echtzeit-Bestandsdaten oder transparente Verbrauchsrückmeldungen – wer Daten effektiv nutzt, steigert nicht nur die Kundenzufriedenheit, sondern reduziert auch die Lagerhaltungskosten signifikant. Florian Ostendarp ergänzt: „Es geht darum, Daten in Ergebnisse für Kunden und Lieferanten zu übersetzen.“

Praktische Ansätze für nachhaltige Supply-Chain-Lösungen

Mit Beispielen aus seiner Forschung regt Dr. Becker zu neuen Denkweisen an. Themen wie die Vermeidung des Bullwhip-Effekts durch Mengenkontrakte statt Staffelpreise und die Fokussierung auf kontinuierliche Bestellungen statt Großbestellungen zeigen konkrete Optimierungsmöglichkeiten.

Erfolgsgeschichten als Motor für Wandel

Zum Abschluss diskutieren die Gesprächsteilnehmer die Wichtigkeit, Success Stories zu schaffen und diese intern wie extern zu kommunizieren. Dr. Becker ermutigt Unternehmen, auf „Supply Chain Dirigenten“ zu setzen, die Prozesse koordinieren und gemeinsam mit Lieferanten innovative Lösungen pilotieren.

Wer erfahren möchte, wie Kundenzentrierung, Digitalisierung und strategisches Denken die Supply Chain revolutionieren können, sollte sich diese Episode nicht entgehen lassen.

Viel Freude beim Anhören.

 

 

Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de

 

 

 

 

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