Max Meister im Gespräch mit Thomas Meir, Einkaufsleiter bei Ludwig Meister, und Florian Ostendarp, Head of Supply Chain bei Ludwig Meister.
Versorgungssicherheit im Einkauf ist heute weit mehr als die reine Beschaffung von Produkten. Unternehmen erwarten von ihren Lieferanten Verlässlichkeit, Transparenz und die Fähigkeit, auch in volatilen Märkten jederzeit lieferfähig zu bleiben. In dieser „This is how we do it“-Folge von „Max und die Supply Chain Helden“ spricht Max Meister mit Thomas Meir, Einkaufsleiter bei Ludwig Meister, und Florian Ostendarp, Head of Supply Chain bei Ludwig Meister, darüber, wie moderne Bestandsplanung funktioniert und welche Rolle Daten, Automatisierung und intelligente Prozesse dabei spielen.
Wie aus Daten präzise Bestandsentscheidungen werden
Im Zentrum des Gesprächs steht die Frage, wie ein technischer Händler mit mehreren Millionen Artikeln die optimale Lagerreichweite bestimmt. Florian Ostendarp erklärt, dass eine Vielzahl von Faktoren in die tägliche Prognose einfließt: historische Verbrauchsdaten, aktuelle Kundenaufträge, Rahmenverträge, Wiederbeschaffungszeiten, Preisstrukturen und Lieferanteninformationen.
Anstatt mit statischen Mindest- und Höchstbeständen zu arbeiten, setzt Ludwig Meister auf dynamische Reichweitenmodelle. Diese berechnen täglich den tatsächlichen Bedarf und passen die Bestandsplanung kontinuierlich an neue Entwicklungen an. Dadurch können sowohl Überbestände als auch Versorgungslücken reduziert werden.
Versorgungssicherheit im Einkauf durch automatisierte Prozesse
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die konsequente Automatisierung der Disposition. Thomas Meir erläutert, wie sogenannte Bestellprofile und Bestellvorschläge den Einkauf unterstützen. Hinter diesen Profilen verbergen sich zahlreiche Regeln und Parameter, die früher ausschließlich im Kopf erfahrener Disponenten vorhanden waren.
Verpackungseinheiten, Staffelpreise, Mindestbestellwerte, Lieferantenbesonderheiten oder sogar technische Einschränkungen einzelner Lieferanten werden heute systemseitig berücksichtigt. Das Ergebnis sind automatisiert erzeugte Bestellvorschläge, die einen Großteil des Einkaufsvolumens effizient steuern und gleichzeitig eine hohe Prozesssicherheit gewährleisten.
Besonders wichtig ist dabei der „doppelte Boden“ im System: Selbst wenn eine Bestellung versehentlich übersehen wird, sorgen zusätzliche Sicherheitsmechanismen dafür, dass Bedarfe erneut sichtbar gemacht werden und keine Versorgungslücken entstehen.
Transparenz als Schlüssel für eine bessere Customer Experience
Die Gesprächspartner machen deutlich, dass moderne Supply Chains nicht am Wareneingang enden. Ebenso entscheidend ist die Transparenz gegenüber Vertrieb und Kunden. Werden Liefertermine von Lieferanten verschoben oder geändert, werden diese Informationen automatisiert verarbeitet und direkt an die zuständigen Mitarbeitenden weitergegeben.
Dadurch können Kunden frühzeitig informiert werden, bevor aus einer Verzögerung ein echtes Problem entsteht. Für Max Meister ist genau diese Transparenz ein zentraler Bestandteil einer professionellen Customer Experience.
Die Zukunft: KI, Risikomanagement und resiliente Lieferketten
Zum Abschluss richtet sich der Blick nach vorne. Thomas Meir sieht insbesondere in den Bereichen KI-gestützte Prognosen und Risikomanagement großes Entwicklungspotenzial. Gleichzeitig betont Florian Ostendarp die Bedeutung von Resilienz und durchgängiger Transparenz entlang der gesamten Lieferkette – vom Lieferanten über den Einkauf bis hin zum Kunden.
Reinhören lohnt sich!
Die Episode zeigt eindrucksvoll, dass Versorgungssicherheit im Einkauf nicht durch höhere Lagerbestände entsteht, sondern durch intelligente Datenmodelle, automatisierte Prozesse und eine enge Verzahnung von Einkauf, Vertrieb und Supply Chain Management. Wer verstehen möchte, wie moderne Bestandsplanung in der Praxis funktioniert und warum Verlässlichkeit heute ein entscheidender Wettbewerbsvorteil ist, sollte in diese Folge unbedingt reinhören.
Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de
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