Simulation in der Logistik: Warum KI ohne digitale Zwillinge nicht auskommt

Max Meister im Gespräch mit Prof. Dr. Stefan Galka, Professor an der Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH Regensburg).

Simulation in der Logistik ist weit mehr als ein theoretisches Werkzeug – sie bildet die Grundlage für fundierte Entscheidungen in komplexen Supply-Chain-Systemen. In dieser Episode spricht Max Meister mit Prof. Dr. Stefan Galka über den aktuellen Stand von Simulation, digitalen Zwillingen und den realistischen Einsatz von KI in der Intralogistik.

Dabei wird schnell klar: Trotz wachsender KI-Fähigkeiten bleibt Simulation unverzichtbar. Gerade in dynamischen Logistiksystemen mit vielen Wechselwirkungen lassen sich Entscheidungen nicht allein analytisch oder durch KI-Modelle treffen. Simulation schafft hier Transparenz, indem sie reale Prozesse datenbasiert abbildet und Szenarien überprüfbar macht.


Digitale Zwillinge in der Simulation in der Logistik: Anspruch und Realität

Ein zentrales Thema ist der digitale Zwilling – ein Begriff, der häufig inflationär verwendet wird. Stefan Galka differenziert klar: Ein echter digitaler Zwilling ist ein lebendes Modell, das kontinuierlich mit realen Daten gespeist wird und aktiv in Entscheidungsprozesse eingreift.

Die Herausforderung liegt weniger im initialen Aufbau, sondern im dauerhaften Betrieb. Viele Modelle verschwinden nach einmaliger Nutzung „in der Schublade“. Der eigentliche Mehrwert entsteht jedoch erst, wenn Simulationen kontinuierlich aktualisiert werden und jederzeit einsatzbereit sind.


Simulation in der Logistik und KI: Warum beide Technologien zusammengehören

Ein besonders spannender Aspekt der Folge ist das Zusammenspiel von Simulation und KI. Simulation in der Logistik wird hier zum Trainingsumfeld für sogenannte Reinforcement-Learning-Agenten. Diese lernen, Entscheidungen – etwa zur Auftragsverteilung oder Routenoptimierung – anhand von Feedback zu verbessern.

Ohne Simulation wäre dieses Training in der Praxis kaum möglich, da reale Systeme nicht schnell genug genügend Daten liefern. Gleichzeitig bleibt KI eine Blackbox, während Simulation nachvollziehbar bleibt. Genau hier ergänzen sich beide Ansätze ideal: Simulation liefert Transparenz und Validierung, KI Geschwindigkeit und Skalierbarkeit.


Daten sind entscheidend – aber nicht ausreichend

Ein weiterer wichtiger Punkt: Mehr Daten bedeuten nicht automatisch bessere Ergebnisse. Auch bei umfangreichen Tracking- und Prozessdaten bleibt die Modellierung komplex. Einflussfaktoren wie Mitarbeiterverhalten oder Materialeigenschaften müssen berücksichtigt werden, sonst bleiben Prognosen ungenau.

Das zeigt: Der Einsatz von Simulation und KI erfordert nicht nur Daten, sondern vor allem ein tiefes Prozessverständnis und klare Zieldefinitionen.


Praxisrelevanz: Wo Simulation echten Mehrwert liefert

Simulation entfaltet ihren größten Nutzen dort, wo Systeme komplex und schwer berechenbar sind – etwa bei der Dimensionierung von fahrerlosen Transportsystemen oder bei der Bewertung von Investitionsentscheidungen.

Ein klarer Take-away für Unternehmen: Simulation lohnt sich besonders dann, wenn Unsicherheit, Wechselwirkungen und hohe Investitionen zusammentreffen.


Exkurs: Seilbahnen als unterschätzte Transportlösung

Zum Abschluss wird es überraschend praxisnah: Stefan Galka gibt Einblicke in ein Forschungsprojekt zu urbanen Seilbahnen als Ergänzung zum öffentlichen Nahverkehr. Auch hier spielt Simulation eine zentrale Rolle – etwa bei der Analyse von Kapazitäten, Wartezeiten und Netzstrukturen.

Das Beispiel zeigt eindrucksvoll, wie vielseitig Simulation eingesetzt werden kann – weit über klassische Lager- und Produktionssysteme hinaus.


Reinhören lohnt sich!

Simulation bleibt ein zentrales Werkzeug der Logistik – nicht trotz, sondern gerade wegen KI. Wer fundierte Entscheidungen treffen und neue Technologien sinnvoll einsetzen will, kommt an ihr nicht vorbei.

Jetzt reinhören und verstehen, wie Simulation und KI gemeinsam die Zukunft der Logistik gestalten.

Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de

 

 

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IFOY Award & TEST CAMP: Die Bühne für Logistik-Innovationen

Max Meister im Gespräch mit Thilo Jörgl, geschäftsführender Gesellschafter der impact media projects GmbH.

In dieser Episode von Max und die SupplyChainHelden spricht Max Meister mit Thilo Jörgl, Geschäftsführer der impact media projects GmbH und Mitorganisator des renommierten IFOY Awards sowie des dazugehörigen TEST CAMP INTRALOGISTICS. Thilo Jörgl war früher Chefredakteur bei Logistik HEUTE und bringt damit tiefe Einblicke in Medien, Innovation und Netzwerke der Branche mit.

Sie erfahren in diesem Gespräch unter anderem:

  • Wie der IFOY Award (International Intralogistics and Forklift Truck of the Year) Innovationen objektiv bewertet – inklusive Audit, wissenschaftlichem Innovation Check und internationaler Jury.
  • Welche technologischen Trends wie autonome mobile Roboter, Drohnen oder KI-gesteuerte Softwarelösungen derzeit im Fokus stehen.
  • Warum das TEST CAMP INTRALOGISTICS in Dortmund kein typisches Branchenevent ist, sondern eine echte Plattform für Austausch, Hands-on-Testing und Networking unter Entscheidern.
  • Welche Innovationskraft gerade auch aus China und anderen globalen Märkten kommt – oft unterschätzt in Europa.
  • Wie wichtig es ist, technische Komplexität greifbar zu machen – sowohl für die Jury als auch für potenzielle Nutzer.
  • Und: Welche Rolle Nachhaltigkeit und Transparenz in der Lieferkette heute (noch) spielen – und künftig spielen müssen.

Thilo Jörgl gibt tiefe Einblicke in das Bewerbungsverfahren, die Auswahlkriterien und seine persönlichen Highlights vergangener Jahre. Für ihn steht fest: Wer hier gewinnt, gewinnt auch Sichtbarkeit – weltweit. Ein Muss für Innovatoren der Logistikbranche!

Jetzt reinhören!

 

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