Max Meister im Gespräch mit Theresa Gröninger, Head of Business Development und Marketing bei cellumation.
Der celluveyor in der Intralogistik steht im Mittelpunkt dieser Podcastfolge von „Max und die Supply Chain Helden“. Max Meister spricht mit Theresa Gröninger, Head of Business Development und Marketing bei cellumation, über eine Technologie, die klassische Fördertechnik neu interpretiert. Im Gespräch wird schnell deutlich: Hinter dem auffälligen Messe-Motto „Bier ab 4“ auf der LogiMAT steckt weit mehr als nur Marketing – nämlich ein innovativer Ansatz zur Automatisierung komplexer Materialflussprozesse.
Der sogenannte celluveyor basiert auf einer modularen Oberfläche aus hexagonalen Roboterzellen. Jede dieser Zellen verfügt über omnidirektionale Räder, die Objekte in nahezu jede Richtung bewegen können. Im Gegensatz zur klassischen Fördertechnik, die meist linear aufgebaut ist, erlaubt dieses System Bewegungen in alle Richtungen. Dadurch entstehen völlig neue Möglichkeiten für Sortierung, Vereinzelung, Zusammenführung oder Ausrichtung von Produkten.
Vom linearen Förderband zum dynamischen Materialfluss
Theresa Gröninger beschreibt die klassische Fördertechnik anschaulich als „Super-Mario-Spiel“: Produkte bewegen sich meist nur vorwärts und benötigen zusätzliche Komponenten für Richtungswechsel. Der celluveyor in der Intralogistik verwandelt diesen linearen Ansatz dagegen in ein „FIFA-Spiel“, bei dem Objekte frei auf einer Fläche gesteuert werden können.
Ein entscheidender Vorteil liegt in der Flexibilität. Mehrere Ein- und Ausgänge können auf derselben Oberfläche realisiert werden. Zudem lassen sich Materialflüsse softwareseitig anpassen – sogar während des Betriebs. Dadurch eignet sich die Technologie besonders für Anwendungen mit hoher Komplexität, etwa bei Sortierprozessen, der Vereinzelung großer Mengen oder der Vorbereitung von Palettenlagen.
Kamera, Software und KI als nächste Evolutionsstufe
Besonders leistungsfähig wird der celluveyor durch die Integration von Kameratechnologie. Eine 3D-Time-of-Flight-Kamera erkennt Objekte anhand ihrer Konturen und übergibt diese Informationen an die Software. So können Bewegungen präzise gesteuert und auch asymmetrische oder schwer ausbalancierte Güter zuverlässig transportiert werden.
Das eröffnet zusätzliche Anwendungsfelder: von hochperformanter Paketvereinzelung mit bis zu 10.000 Einheiten pro Stunde bis hin zu komplexen Palettierprozessen. Gleichzeitig arbeitet cellumation daran, weitere Funktionen zu integrieren – etwa Volumenmessungen oder zusätzliche Datenservices direkt über das System.
Vom Startup zur globalen Automatisierungstechnologie
cellumation wurde 2017 gegründet und hat inzwischen über 300 Systeme weltweit im Einsatz. Der Weg dorthin war jedoch alles andere als geradlinig. Nach ersten Pilotprojekten bremste die Corona-Pandemie das junge Unternehmen zunächst aus. Gleichzeitig nutzte das Team diese Zeit, um Technologie und Produktionsprozesse weiter zu stabilisieren.
Heute expandiert cellumation international – unter anderem mit einer neuen Präsenz in den USA. Besonders spannend: In Märkten mit hohen Arbeitskosten und großer Automatisierungsbereitschaft entstehen derzeit neue Einsatzfelder für den celluveyor.
Reinhören lohnt sich!
Ein zentrales Learning aus der Wachstumsphase: Kunden müssen zunächst verstehen, welche Möglichkeiten eine neue Technologie eröffnet. Deshalb sieht sich cellumation nicht nur als Anbieter von Automatisierung, sondern auch als Vermittler neuer Materialflusskonzepte.
Die wichtigste Frage lautet dabei nicht: „Welche Technik brauchen wir?“ – sondern: „Welches Problem wollen wir lösen?“
Wer wissen möchte, wie innovative Fördertechnologien den Materialfluss flexibler, kompakter und effizienter machen können, sollte unbedingt in diese Episode von „Max und die Supply Chain Helden“ reinhören.
Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de
Automatisierung in der Intralogistik: Wie cellumation den Materialfluss neu denkt weiterlesen
