Max Meister im Gespräch mit Kevin Mahler, Mitgründer und Geschäftsführer der Pikes GmbH.
Robotik in der Intralogistik entwickelt sich rasant weiter – doch viele Lösungen scheitern im Mittelstand an hohen Investitionen, komplexer Infrastruktur oder langen Projektlaufzeiten. In dieser Episode von „Max und die Supply Chain Helden“ spricht Max Meister mit Kevin Mahler, Mitgründer und Geschäftsführer der Pikes GmbH, über einen völlig neuen Ansatz für autonome Produktionslogistik.
Im Mittelpunkt steht das System „Warehouse Anywhere“ – ein mobiler Roboter, der Behälter nicht nur transportieren, sondern auch stapeln, zwischenlagern und gezielt aus einem Stapel heraus manipulieren kann. Das Besondere: Die Lösung funktioniert ohne klassische Fördertechnik und ohne aufwendige Infrastrukturmaßnahmen. Statt Regalsysteme und feste Materialflüsse aufzubauen, nutzt das System einfach die freie Fläche in bestehenden Produktionshallen.
Robotik in der Intralogistik ohne Fördertechnik
Die Folge zeigt eindrucksvoll, warum klassische Intralogistiksysteme gerade für kleinere und mittelständische Produktionsunternehmen häufig zu komplex oder zu teuer sind. Kevin Mahler beschreibt, wie aus einem internen Automatisierungsprojekt bei VACOM die Idee entstand, Produktionslogistik radikal zu vereinfachen.
Ausgangspunkt war ein reales Problem: Mitarbeitende verbrachten täglich Stunden damit, Material und Werkzeuge zu suchen. Die ursprüngliche Lösung führte zu einem hochkomplexen Infrastrukturprojekt mit neuen Hallen, automatischen Kleinteilelagern und millionenschweren Investitionen. Genau daraus entstand die zentrale Frage: Geht das nicht einfacher?
Mit „Warehouse Anywhere“ verfolgt Pikes nun einen anderen Ansatz. Der Roboter kann standardisierte KLT-Behälter direkt vom Boden aufnehmen, Stapel bilden und einzelne Behälter gezielt an Produktionsarbeitsplätze oder Regale übergeben. Selbst die mittlere Kiste eines Stapels kann autonom entnommen werden. Dadurch entstehen flexible Lager- und Puffersysteme ohne starre Fördertechnik.
Flexible Produktionslogistik für den Mittelstand
Besonders spannend ist der Fokus auf Produktionsumgebungen mit hoher Variantenvielfalt. Robotik in der Intralogistik wird hier nicht als starres Warehouse-System verstanden, sondern als flexible Unterstützung für dynamische Fertigungsprozesse.
Kevin Mahler erklärt, dass sich die Lösung insbesondere an Unternehmen richtet, die bisher kaum Zugang zu Automatisierung hatten. Statt monatelanger Implementierungsprojekte soll der Einstieg innerhalb weniger Tage möglich sein. Ziel ist es, bereits nach 48 Stunden erste Materialtransporte produktiv abzubilden.
Auch softwareseitig setzt Pikes bewusst auf Flexibilität. Das System arbeitet mit einer eigenen Lagerlogik und kann freie Flächen dynamisch als Lagerbereiche definieren. Produktionsumgebungen lassen sich dadurch schnell anpassen, ohne physische Umbauten vornehmen zu müssen.
Im Gespräch wird deutlich, dass gerade diese Kombination aus mobiler Robotik, Softwaresteuerung und Infrastrukturfreiheit großes Potenzial für die Zukunft der Produktionslogistik bietet.
Zwischen Vision und Serienreife
Max Meister hinterfragt dabei bewusst kritisch die wirtschaftliche Seite solcher Systeme. Wie viele Roboter werden tatsächlich benötigt? Welche Leistungen sind realistisch? Und wie belastbar ist der Business Case im Alltag?
Genau diese Offenheit macht die Episode besonders spannend. Kevin Mahler spricht transparent über Entwicklungsstand, Pilotprojekte und die Herausforderungen auf dem Weg zur Serienreife. Die Roboter befinden sich aktuell im produktiven Testeinsatz und sollen bis Ende des Jahres marktreif sein.
Dabei wird klar: Robotik in der Intralogistik ist längst kein Zukunftsthema mehr. Die entscheidende Frage lautet heute vielmehr, wie flexibel, wirtschaftlich und schnell sich Automatisierung in bestehende Produktionsumgebungen integrieren lässt.
Reinhören lohnt sich!
Wer sich für autonome Intralogistik, Produktionsversorgung, mobile Robotik und flexible Lagerkonzepte interessiert, sollte diese Folge unbedingt hören.
Das Gespräch liefert ehrliche Einblicke in die Entwicklung neuer Logistiktechnologien – praxisnah, kritisch und mit klarem Fokus auf den Mittelstand.
Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de
Robotik in der Intralogistik: Wie Pikes die Produktionslogistik neu denkt weiterlesen
