KI in der Intralogistik: Zwischen Skepsis, Realität und echtem Mehrwert

Max Meister im Gespräch mit Andreas Schellmann, Director Product Management bei PSI.

KI in der Intralogistik ist eines der dominierenden Themen der Branche. Doch wie weit ist die Technologie tatsächlich? In der aktuellen Folge von „Max und die Supply Chain Helden“ spricht Max Meister mit Andreas Schellmann, Director Product Management bei PSI, über den realen Stand von KI im Warehouse Management – aus Perspektive eines etablierten Softwareanbieters.

PSI ist seit über 50 Jahren am Markt, international aufgestellt und mit über 2.000 Mitarbeitenden in mehreren Branchen aktiv. Der Bereich Logistik bildet dabei einen zentralen Schwerpunkt. Mit der Weiterentwicklung von KI-Funktionalitäten innerhalb des eigenen Warehouse Management Systems treibt das Unternehmen die Integration künstlicher Intelligenz in operative Lagerprozesse konsequent voran.

Doch im Gespräch wird schnell klar: KI in der Intralogistik steht noch am Anfang.


Warum KI in der Intralogistik mit Zurückhaltung betrachtet wird

Eine aktuelle Marktstudie von PSI zeigt, dass viele Logistikunternehmen dem Thema KI weiterhin mit Skepsis begegnen. Diese Zurückhaltung ist nachvollziehbar. In hochkritischen logistischen Prozessen sind Stabilität, Transparenz und Nachvollziehbarkeit entscheidend.

Im Podcast wird deutlich, dass KI derzeit häufig im administrativen Umfeld genutzt wird – beispielsweise zur Dokumentenanalyse oder zur Auswertung von Informationen. Die geschäftskritischen Kernprozesse im Lager hingegen werden bislang nur in begrenztem Umfang KI-gestützt gesteuert. Unternehmen wollen verstehen, wie Entscheidungen zustande kommen, wo Daten verarbeitet werden und welche Auswirkungen Veränderungen im operativen Ablauf haben.

KI in der Intralogistik muss daher kontrollierbar, integrierbar und praxisnah sein. Reine Blackbox-Ansätze stoßen im Markt auf wenig Akzeptanz.


Decision Support statt vollständiger Automatisierung

Ein zentraler Punkt im Gespräch ist die Rolle der KI als Unterstützungssystem. PSI verfolgt bewusst einen Decision-Support-Ansatz. Das bedeutet, dass KI operative Daten analysiert, Muster erkennt und alternative Prozessvarianten simuliert. Die finale Entscheidung bleibt jedoch beim Anwender.

Gerade bei komplexen Kommissionierstrukturen mit unterschiedlichen Zonen, Ressourcen und Auftragsprofilen können datenbasierte Simulationen neue Perspektiven eröffnen. Dabei geht es nicht um radikale Systemumbrüche, sondern um schrittweise Optimierung bestehender Prozesse.

Ein Praxisbeispiel aus dem Retail-Umfeld zeigt, dass durch intelligente Prozessoptimierung deutliche Effizienzsteigerungen erzielt werden können. Gleichzeitig wird klar, dass technologische Innovation immer auch organisatorische Veränderung bedeutet. Themen wie Change Management, Datenschutz und interne Akzeptanz spielen eine zentrale Rolle bei der Einführung von KI in der Intralogistik.


Skalierbarkeit und neue Anwendungsfelder

Neben der Optimierung operativer Prozesse entwickelt sich KI zunehmend auch in Richtung Assistenzsysteme. Hochkomplexe Warehouse Management Systeme erzeugen umfangreiche Dokumentationen und Konfigurationsmöglichkeiten. Hier kann KI unterstützen, indem sie Informationen kontextbezogen bereitstellt und Systemwissen zugänglicher macht.

Auch serviceorientierte Geschäftsmodelle gewinnen an Bedeutung. KI-Funktionalitäten werden zunehmend als skalierbare Services angeboten, die flexibel aktiviert und integriert werden können. Dieser Ansatz senkt die Einstiegshürden und ermöglicht es Unternehmen, neue Funktionen schrittweise zu testen.

KI in der Intralogistik entwickelt sich damit nicht als revolutionärer Komplettaustausch bestehender Systeme, sondern als kontinuierliche Erweiterung bestehender Softwarearchitekturen.


Was bedeutet das für Unternehmen?

Das Gespräch zwischen Max Meister und Andreas Schellmann zeigt, dass KI in der Intralogistik vor allem dort Wirkung entfaltet, wo reale operative Herausforderungen adressiert werden. Es geht weniger um Visionen, sondern um konkrete Verbesserungen in Effizienz, Transparenz und Entscheidungsqualität.

Gleichzeitig wird deutlich, dass sich Anbieter und Anwender gleichermaßen in einem Lernprozess befinden. Die Technologie ist verfügbar, doch ihr sinnvoller Einsatz erfordert Erfahrung, Datenqualität und ein klares Verständnis der eigenen Prozesse.

KI in der Intralogistik ist damit kein kurzfristiger Trend, sondern ein strategisches Entwicklungsfeld für die kommenden Jahre.


Reinhören lohnt sich!

Wer verstehen möchte, wo KI heute tatsächlich steht und welche Potenziale sich für Warehouse Management und Lagerprozesse ergeben, sollte unbedingt in diese Folge von „Max und die Supply Chain Helden“ reinhören.

Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de

 

 

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