Max Meister im Gespräch mit Robert Kuttler, Professor bei der Technischen Hochschule in Rosenheim.
Einführung: KI als Realität, nicht als Buzzword
In dieser besonderen Podcast-Episode von „Max und die Supply Chain Helden“ begrüßt Max Meister erneut einen langjährigen Wegbegleiter: Prof. Robert Kuttler. Das Thema: Künstliche Intelligenz – nicht als Zukunftsmusik, sondern als Gegenwart in Lehre, Logistik und Unternehmenspraxis. Gemeinsam analysieren sie die Entwicklungen der letzten Jahre, den Einsatz von KI in der Hochschullehre, die Herausforderungen bei Abschlussarbeiten im KI-Zeitalter und was Unternehmen – besonders im Mittelstand – heute tun müssen, um nicht abgehängt zu werden.
KI in der Lehre: Zwischen Experiment und Ernstfall
An der Hochschule Rosenheim ist KI längst kein Randthema mehr. Robert Kuttler schildert, wie konsequent die Studiengänge angepasst wurden – mit Modulen wie Data Analytics, Smart Factory und praktischer KI-Programmierung. Besonders brisant: Die Art, wie Abschlussarbeiten geschrieben werden, verändert sich grundlegend. Dank Language Models können heute komplette Arbeiten in wenigen Stunden erstellt werden – inklusive Quellen, Formatierung und Grafiken. Die Reaktion der Hochschule? Prüfungsformate radikal neu denken, mündlich abprüfen, echte Anwendung in Projekten fördern.
Von der Theorie in die Praxis: Was KI heute wirklich kann
Max und Robert diskutieren zahlreiche Use Cases, bei denen KI echten Mehrwert bringt. Etwa bei Wiederbeschaffungszeiten in der Logistik, dem Einsatz von Retrieval-Augmented Generation (RAG) für internes Firmenwissen oder dem Aufbau von Language-Model-basierten Workflows für Geschäftsprozesse. Entscheidend: Nicht das „Ob“, sondern das „Wie“. Denn: Nur wer seine eigenen Prozesse und Daten kennt, kann mit KI wirklich effizient arbeiten. Und genau hier liegt der Haken: Viele Unternehmen haben massive Datenprobleme und scheitern nicht an der Technologie, sondern an der eigenen Organisation.
Grenzen, Missverständnisse und der KI-Hype
Robert Kuttler warnt vor der Oberflächlichkeit vieler KI-Diskussionen: „Nur weil ich mit ChatGPT den Kindergeburtstag plane, bin ich kein KI-Experte.“ Viele Manager überschätzen, was KI ohne saubere Datenbasis leisten kann, und unterschätzen den Aufwand hinter robusten Systemen. Besonders kritisch sieht er den Einsatz von KI im Kundenservice: „Ein schlechter KI-Chatbot vergrault Kunden – hier entscheidet Menschlichkeit über Differenzierung.“
Das Potenzial: Experimente statt Business Case-Zwang
Beide Gesprächspartner plädieren eindringlich für mehr Mut zum Experiment. Max erzählt, wie in seinem Unternehmen Wissen zu KI dezentral entstanden ist – durch einfaches Ausprobieren im Alltag. Robert ergänzt: Schon mit Tools wie Teachable Machine oder Low-Code-Ansätzen können Studenten und Unternehmen erste eigene Anwendungen bauen. Der Appell: Weniger reden, mehr machen. Auch wenn sich nicht alles sofort rechnet.
Wer nicht ausprobiert, wird überholt
Künstliche Intelligenz verändert Geschäftsmodelle, Jobprofile und den Bildungsauftrag von Grund auf. Aber: Der Wandel ist machbar – wenn Unternehmen bereit sind, intern Kompetenzen aufzubauen, datengetrieben zu arbeiten und Experimente zuzulassen.
Jetzt reinhören und erfahren, wie KI Lehre und Logistik wirklich verändert.
Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de
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