Max Meister im Gespräch mit Oliver Betzer, Senior Sales und Business Development Manager bei CMC Deutschland GmbH.
Verpackungsautomatisierung im E-Commerce ist längst mehr als eine Frage der Technik. Sie entscheidet über Effizienz, Materialeinsatz, Nachhaltigkeit, Skalierbarkeit und letztlich über die Wettbewerbsfähigkeit im Versandgeschäft. In dieser Episode von „Max und die Supply Chain Helden“ spricht Max Meister mit Oliver Betzer, Business Development Manager und Senior Sales Manager bei CMC Deutschland GmbH, über die grundlegenden Unterschiede zwischen Box-First- und Box-Last-Systemen – und darüber, was das konkret für B2B-Unternehmen bedeutet.
CMC gilt als Pionier im Bereich automatisierter Verpackungslösungen und ist insbesondere im internationalen E-Commerce-Umfeld stark positioniert. Im Gespräch wird deutlich: Wer sich heute mit Verpackungsautomatisierung beschäftigt, muss Prozesse ganzheitlich denken – vom Picking über Stammdaten bis hin zu regulatorischen Anforderungen wie der neuen EU-Verpackungsverordnung.
Box First vs. Box Last: Prozesslogik mit weitreichenden Folgen
Beim klassischen Box-First-Ansatz steht der Karton am Anfang des Prozesses. Mitarbeitende oder automatisierte Systeme wählen eine vordefinierte Verpackungsgröße, kommissionieren die Ware hinein und reduzieren gegebenenfalls das Volumen. Das Verfahren ist etabliert, vergleichsweise einfach integrierbar und mit geringeren Einstiegskosten verbunden.
Der Box-Last-Ansatz kehrt diese Logik um. Hier werden die Artikel zunächst unverpackt konsolidiert und inline vermessen. Erst danach wird der Karton passgenau produziert – exakt auf Basis der realen Abmessungen. Das reduziert Leervolumen, senkt Materialverbrauch und verbessert das Unboxing-Erlebnis. Gerade vor dem Hintergrund der neuen EU-Verpackungsverordnung (PPWR), die klare Vorgaben zu Leerraum und Recyclingfähigkeit macht, gewinnt dieser Ansatz strategisch an Bedeutung.
Hybridlösungen als Brücke zwischen Effizienz und Flexibilität
Besonders spannend für Unternehmen mit komplexen Sortimenten sind hybride Systeme wie die CMC Genesis mit Vary-Tote-Technologie. Hier werden Artikel in verstellbaren Behältern konsolidiert, stabilisiert transportiert und erst in der Maschine in einen passgenauen Karton überführt. Das ermöglicht auch die automatisierte Verpackung von Multi-Order-Aufträgen mit unterschiedlichsten Artikelformen.
Ein besonderer Mehrwert dieser Episode: Wer die Technologie nicht nur theoretisch verstehen, sondern live erleben möchte, hat auf der LogiMAT die Gelegenheit dazu. CMC präsentiert dort innovative Automatisierungslösungen – unter anderem eine neue „Super Vertical“-Variante, die auf kleiner Fläche hohe Leistung ermöglicht und insbesondere für Brownfield-Integrationen interessant ist.
Gerade für Entscheider aus Intralogistik, E-Commerce und technischem Großhandel bietet die Messe die Möglichkeit, unterschiedliche Automatisierungsansätze direkt zu vergleichen, kritische Fragen zu stellen und konkrete Anwendungsfälle zu diskutieren.
Investition, ROI und regulatorischer Druck
Die Investitionssummen bewegen sich – je nach Ausbaustufe – im sechsstelligen bis siebenstelligen Bereich. Entscheidender als der reine Maschinenpreis ist jedoch die vorgelagerte Analyse: Sortimentsstruktur, Single- vs. Multi-Anteil, Peak-Volumina, Materialeinsatz, Versandkostenlogik.
Verpackungsautomatisierung im E-Commerce wird damit zur strategischen Entscheidung auf Geschäftsleitungsebene. Sie berührt Themen wie Fachkräftemangel, Nachhaltigkeitsziele, Kundenerlebnis und regulatorische Compliance gleichermaßen.
Reinhören lohnt sich!
Wer verstehen möchte, welche technologischen Optionen heute realistisch sind, wie sich Box-First- und Box-Last-Konzepte im industriellen Alltag schlagen – und wer sich selbst ein Bild auf der LogiMAT machen möchte –, sollte unbedingt in diese Episode reinhören.
Fragen, Kritik, Lob oder Anregungen für Wunschthemen immer gerne unter max@supplychainhelden.de
